Responsible Gambling

Glücksspiele sind in Österreich ein Riesengeschäft, mit dem jedes Jahr viele Milliarden Euro umgesetzt werden und das ohne Sportwetten. Die Branche wächst und nun wurden auch Online-Glücksspiele gesetzlich geregelt und landesweit erlaubt, was der Branche zu noch mehr Wachstum verhelfen wird. Die Zukunftsaussichten für die Glücksspiel-Branche sind rosig. Doch diese Zukunft hat auch eine bedrohliche dunkle Seite, denn die weitere Verbreitung von Glücksspielen birgt die Gefahr des vermehrten Auftretens von Glücksspielsucht in allen Bereichen der Bevölkerung.

Spielsucht ist in Österreich eine anerkannte Krankheit und wird auch als „Pathologisches Spielen“ oder „Glücksspielstörung“ bezeichnet. Damit ist eine Störung der inneren Impulskontrolle gemeint, welche es dem Kranken erschwert oder unmöglich macht, dem Drang zu spielen zu widerstehen. Spielsucht wird im Englischen „Gambling Disorder“ bezeichnet. Die Glücksspielstörung wird im Gesundheitssystem seit Kurzem einer Alkoholabhängigkeit oder einer Abhängigkeit nach sonstigen psychotropen Substanzen gleichgestellt. Gleichzeitig gilt das pathologische Spielen aber noch immer als eine Störung der Impulskontrolle im Bereich „Abnorme Gewohnheiten“; und steht dabei auf gleicher Stufe mit Krankheiten wie Pyromanie oder Kleptomanie. Die Abhängigkeit nach Computerspielen dagegen, egal ob online im Netzwerk mit anderen oder alleine an der Konsole, an der in letzter Zeit immer mehr Jugendliche erkranken, gehört dagegen zu einer ganz anderen Kategorie. Das darf man nicht verwechseln. Obwohl die beiden Krankheitsbilder sich oberflächlich sehr ähnlich zu sein scheinen, liegen doch ganz unterschiedliche Pathologien vor.

Statistische Daten

Das pathologische Spielen als behandelte Krankheit betrifft in Österreich bis 46.000 Menschen. Hierbei sind ganz eindeutig die Männer in der Überzahl. Männer insbesondere Jugendliche sind weitaus häufiger von Spielsucht betroffen als Frauen. Aber das ist noch nicht alles. Hinzu kommt noch eine weitere Kategorie die als „Problematisches Spielen“ bezeichnet wird. Das „Problematische Spielen“ ist ein weniger gravierendes Verhalten und eine mildere Form beziehungsweise frühe Form der Krankheit. In Österreich werden 20.000 bis 36.000 Menschen der Kategorie „Problematisches Spielen“ zugeordnet, was die Gesamtzahl der von der Spielsucht beeinträchtigten Menschen in Österreich auf über 66.000 Menschen erhöht.

Das Risiko durch Teilnahme an Glücksspielen, eine Spielstörung zu entwickeln und in eine Spielsucht abzurutschen, ist real und sollte nicht unterschätzt werden. Die Anzahl der Menschen, die an eine Spielstörung leiden und sich deswegen behandeln lassen müssen, ist hoch und wird durch die weitere Öffnung des Glücksspielsektors im Online-Bereich in Deutschland sehr wahrscheinlich noch weiter steigen. Verantwortungsbewusstes Spielen ist daher sehr wichtig. Wir wollen Ihnen dabei helfen, Spaß am Spielen zu haben und diesen nicht zu verlieren, indem Sie sich ein pathologisches Verhalten aneignen.

Wie Sie einer Glücksspielsucht effektiv vorbeugen können

Es gibt viele Möglichkeiten, die Ihnen dabei helfen können, einer Spielsucht effektiv vorzubeugen. Dies beginnt schon ganz am Anfang und ganz grundsätzlich bei der Entwicklung einer richtigen Einstellung. Machen Sie nicht den Fehler, Glücksspiele als Einkommensquelle zur Erwirtschaftung des Lebensunterhalts zu betrachten. Dies wird mit Sicherheit schief gehen und kann zu großen finanziellen Verlusten führen. Glücksspiele sind nicht dazu gedacht, als Einkommensquelle zu dienen. Sie sind dazu gedacht, um Spaß zu machen. Die Einsätze und Gewinne, die dabei gemacht werden können, dienen vor allem zu Steigerung der Spannung und des Nervenkitzels, was den Spielspaß zusätzlich erhöht. Spielen Sie nur aus Spaß und Unterhaltung und machen Sie nicht den größten Fehler von allen, indem Sie denken, dass Sie mit Glücksspielen, ganz gleich welcher Art, Ihren Lebensunterhalt verdienen können. Dies ist absolut falsch und wäre der größte Fehler, den Sie machen können.

Wenn Sie gerne und regelmäßig spielen, ist es ratsam, sich ein Budget einzurichten, um Ihre Einsätze und Verluste im Griff zu behalten und nicht die Übersicht dabei zu verlieren, wie viel Sie für Ihr Hobby ausgeben. Es gibt aber noch viele weitere Dinge, die Sie tun können, um einer Spielstörung vorzubeugen. Im Nachfolgenden haben wir die unserer Ansicht nach wichtigsten Tipps für verantwortungsbewusstes Spielen in einer Liste zusammengestellt:

  • Kennen Sie die Spiele, die Sie spielen, und riskieren Sie kein Geld bei Glücksspielen, die Sie nicht verstehen.
  • Spielen Sie nicht, wenn Sie unter starkem Alkoholeinfluss stehen oder unter dem Einfluss anderer Rauschmittel.
  • Spielen Sie nicht, wenn Sie wütend, depressiv oder niedergeschlagen sind.
  • Machen Sie regelmäßig eine Pause.
  • Spielen Sie nur mit Geld, das Sie im Falle eines Verlustes leicht verkraften können.
  • Spielen Sie nur in lizenzierten Online-Casinos, die Tools anbieten, mit denen Sie sich selbst ein Limit beim Spielen setzen können.
  • Halten Sie sich an Ihr Budget. Nur wenn Sie diszipliniert sind, behalten Sie sich unter Kontrolle. Nutzen Sie Gambling-Tools für Ihren Browser, um Ihr Spielen und Ihr Spielbudget zu kontrollieren.
  • Hören Sie auf, um Echtgeld zu spielen, wenn es Ihnen keinen Spaß mehr macht.

Wenn Sie sich diese Tipps zu Herzen nehmen, können Sie Ihr Spielen kontrollieren und laufen nicht Gefahr, eine Spielstörung zu entwickeln.

Warum wird man spielsüchtig?

Es ist zudem wichtig, auf sich selbst zu achten und sich zu fragen, ob es möglicherweise persönliche Faktoren gibt, welche die Entwicklung einer Suchtkrankheit, insbesondere Spielsucht begünstigen. Dies beginnt schon bei den Genen. Es ist zwar nicht so das es ein Gen gibt, das direkt eine Spielstörung verursachen würde, doch es besteht durchaus die Möglichkeit, das eine genetische Prädisposition hinsichtlich einer Impulskontrollstörung besteht, was den Ausbruch einer Spielstörung bedingen könnte, wenn bestimmte Faktoren gegeben sind. Um hier sicher zu gehen, müssen Sie nicht unbedingt einen Gentest machen. Es reicht, wenn Sie überlegen, ob es in Ihrer Familie bereits Fälle von pathologischem Spielen gegeben hat. Sollte dies der Fall sein, sollten Sie beim Spielen um Echtgeld besondere Vorsicht walten lassen.

Weitere Gründe für die Entwicklung einer Spielsucht können psychosozial sein. Es kommt oft vor, dass Menschen, die sich in einer Lebenskrise oder einem unsicheren Umfeld befinden, eine Spielsucht entwickeln. Ein weiterer Faktor sind traumatische Erlebnisse in der Jugend oder Kindheit. Menschen, die in Ihrer Jugend oder Kindheit traumatisiert wurden, haben ein stark erhöhtes Risiko, im späteren Leben psychologische Krankheiten zu entwickeln, die Spielstörung gehört hier ebenso dazu wie die Computerspielsucht oder eine Alkoholabhängigkeit.

Eine weitere Gruppe von Menschen, die ein erhöhtes Risiko aufweisen, eine Spielstörung zu entwickeln, sind Menschen, die ganz allgemein zu starkem impulsiven Verhalten neigen und darüber hinaus sehr risikofreudig sind. Menschen dieser Art sind dem Glücksspiel oft sehr zugeneigt und haben daher ein erhöhtes Risiko, eine Spielsucht zu entwickeln.

Wie man eine Spielsucht erkennt

Eine Spielstörung oder Spielsucht lässt sich im Grunde leicht erkennen, denn es gibt viele Symptome und eindeutige Anzeichen, die mit einer Spielstörung einhergehen. Das Problematische hier ist, dass eine Spielsucht niemals von heute auf morgen, das heißt, von einem auf den anderen Tag entsteht. Der Verlauf der Krankheit läuft immer fließend und wird daher zunächst weder von dem Betroffenen noch von seinem Umfeld erkannt. Es gibt jedoch einige frühe Anzeichen, die auf eine Spielstörung hindeuten:

  • Vernachlässigungen des Umfelds
  • Das Leihen von Geld
  • Stimmungsschwankungen
  • Eine Person lügt und verheimlicht Dinge vor seinem Umfeld
  • Eine Person hat oft keine Zeit, ohne Gründe nennen zu können

Diese Anzeichen alleine reichen natürlich noch nicht aus, um eine pathologische Spielsucht zu begründen, sie können jedoch als frühes Warnzeichen dienen, sodass man sich gemeinsam und genauer mit dem Thema auseinandersetzen kann. Der Betroffene kann dann mit sich selbst ins Gericht gehen und überlegen, ob die klassischen Symptome einer pathologischen Spielstörung bei ihm vorliegen:

  • Starkes Verlangen, immer wieder spielen zu müssen
  • Der Betroffene kann nicht mehr aufhören zu spielen
  • Keine Befriedigung beim Spielen. Es müssen immer höhere Einsätze gespielt werden
  • Hoher Zeitaufwand und Geldaufwand für das Spielen
  • Seelische Störungen. Die Gedanken drehen sich nur noch ums Spielen
  • Beschaffungskriminalität

Wenn diese Symptome bei Ihnen vorliegen, sollten Sie sich dringend Hilfe suchen, denn die Wahrscheinlichkeit, dass Sie an einer Spielstörung leiden, ist dann sehr hoch. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie an einer Spielstörung oder pathologischen Spielsucht leiden, können Sie einen Test machen, beziehungsweise einen von Experten erstellten Fragebogen ausfüllen, mit dem Sie ganz leicht erkennen können, ob Sie an einer Spielstörung erkrankt sind oder nicht. Es gibt hierzu mehrere Tests, die Sie alle im Internet finden und in den meisten Fällen kostenlos machen können.

Wie Sie eine Spielsucht überstehen können

Die Spielstörung oder pathologische Spielsucht ist keine unheilbare Krankheit. Für die gibt es viele Therapieformen und Behandlungsmöglichkeiten. Es ist zudem so, dass die Spielsucht in den meisten Fällen immer gleich verläuft, wodurch die Therapie vereinfacht wird und die meisten Betroffenen Ihre Spielstörung wieder kurieren können. Es gibt die folgenden drei Phasen:

  • Die Entwicklung der Abhängigkeit
  • Die Phase des Verlierens
  • Phase der Verzweiflung

Die Entwicklung einer Abhängigkeit verläuft meistens „positiv“. Man hat Spaß beim Spielen und gewinnt öfters ein bisschen Geld. Dies geht jedoch nach einigen Wochen oder Monaten in die zweite Phase, die sogenannte Phase des Verlierens. Hier gerät der Betroffene immer tiefer in die Abhängigkeit hinein. Das Denken wird immer mehr vom Spielen beherrscht und das Verlangen zu spielen kann nicht mehr richtig kontrolliert werden. Schließlich folgt die Verzweiflungsphase. Hier tritt meistens ein völliger Kontrollverlust ein. Die Betroffenen verlieren ihr gesamtes Geld. Außerdem Ihre Arbeitsstelle. Es kommt zum Bruch mit dem Umfeld und zum sozialen Abstieg. Man verschuldet sich oder gerät in einen Sog von Beschaffungskriminalität.

Sollten Sie bei sich oder einem Bekannten eine Spielsucht erkannt haben, so müssen Sie sich die Problematik offen eingestehen und sich keine falschen Illusionen machen, dass Sie mit Ihrer Spielsucht noch erfolgreich und glücklich werden. Beenden Sie Ihre Spielangewohnheiten und suchen Sie sich Hilfe. Ansonsten können Sie nur noch weiter und tiefer in den Abgrund rutschen und hohe Schulden anhäufen oder sogar Suizid gefährdet werden. Es besteht kein Grund, sich weiter finanziell zu ruinieren und sich in eine Sackgasse zu manövrieren. Am Ende gewinnt immer nur die Bank. Darüber müssen Sie sich unbedingt im Klaren sein. Dabei ist eine Spielstörung heilbar und es gibt eine große Vielzahl an Hilfsangeboten und Anlaufstellen die Ihnen dabei helfen können.

Wie und wo kann man sich Hilfe suchen?

Pathologisches Spielen ist sowohl in Österreich als auch International weit verbreitet. Es gibt eine große Vielzahl an Organisationen, welche sich der Hilfe und dem Schutz von Spielern widmen. Sie finden hier Hilfsangebote sowohl auf lokaler Ebene, wie beispielsweise psychologische Beratungsstellen beim Sozialen-Dienst, als auch auf internationaler Ebene im Internet. Auch Freunde und Familie können Ihnen in schweren Zeiten und Situationen wie diesen zur Seite stehen. Eine weitere Möglichkeit sind Telefonberatungsstellen und Seelsorge-Dienste. Diese können jederzeit angerufen werden und Ihnen insbesondere im Falle einer akuten Ausnahmesituation behilflich sein, wenn Sie sofort und umgehend Hilfe benötigen.

Am besten ist es natürlich, wenn Sie sich selbst helfen. Das sollte das erste Hilfsangebot sein, das Sie aufsuchen. Informieren Sie sich über das Thema und recherchieren Sie, was Sie gegen Ihre krankhafte Spielangewohnheit tun können, um nicht die Kontrolle zu verlieren. Achten Sie auch auf Ihre Kinder oder die Kinder Ihrer Geschwister oder Freunde. Jugendliche haben ein erhöhtes Risiko, in eine Spielsucht abzurutschen, weil hier die Hemmungen niedrig sind und keine Erfahrung mit der Thematik besteht. Falls es Jugendliche mit Anzeichen für pathologisches Spielen in Ihrem Umfeld gibt, sollten Sie diese offen ansprechen und den Jugendlichen Ihre Hilfe anbieten oder diese zumindest über die Problematik informieren und ein Bewusstsein für die Gefahr schaffen.

Anlaufstellen und Hilfsangebote

Wie bereits oben beschrieben wurde, gibt es eine große Vielzahl an Anlaufstellen und Hilfsangebote für Menschen, die an einer Spielstörung oder pathologischem Spielen erkrankt sind. Wir haben die wichtigsten lokalen, regionalen und internationalen Hilfsangebote und Hilfsorganisationen für Sie in einer Liste zusammengestellt:

  • Spieler helfen Spielern
  • Anonyme Spieler – Game Over
  • Psychosoziale Beratungsstellen
  • Gamcare
  • BeGambleAware
  • ARGE Suchtvorbeugung
  • Schuldnerberatung
  • Psychiatrische Institutsambulanz
  • Telefonseelsorge

Sie werden jedoch in jedem Krankenhaus, insbesondere in psychiatrischen Kliniken sowie in den meisten sozialen Zentren und kirchlichen Hilfseinrichtungen in Ihrer direkten Umgebung Hilfsangebote und Anlaufstellen für Spielsucht finden.

Zusammenfassung

Alles in allem lässt sich sagen, dass verantwortungsbewusstes Spielen ein wichtiges Thema ist, das man nicht ignorieren sollte, wenn man öfters an Glücksspielen, welcher Art auch immer, teilnimmt. Das Risiko, eine Spielstörung zu entwickeln, ist nicht hoch, aber real. Es kommt immer wieder vor, dass Menschen in eine Spielsucht abrutschen, insbesondere in schweren Lebensphasen oder Krisen besteht hier eine Gefahr. Verantwortungsbewusstes Spielen ist daher wichtig und sollte wirklich auf keinen Fall ignoriert werden.

Sollten Sie bemerkt haben, dass Sie ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Spielstörung haben oder bereits an pathologischem Spielen leiden, sollten Sie sich umgehend Hilfe suchen. Das Hilfsangebot ist hoch und es gibt viele Anlaufstellen, an die sich Menschen mit einer Spielsucht wenden können.